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Hallo und herzlich willkommen zu einem neuen Beitrag auf meinem Blog!

Heute möchte ich euch von einem Projekt berichten, das nach meiner Meinung viel mehr Aufmerksamkeit verdient hat als bislang. Es geht um den „Tag der kleinen Forscher“. Habt ihr den Begriff schon einmal gehört? Vielleicht ja, aber wer von euch weiß eigentlich, was dahinter steckt?

Für alle, die genauso unwissend sind wie ich noch vor wenigen Wochen, gibt es erst einmal eine kurze Beschreibung:

Der „Tag der kleinen Forscher“ ist eine Aktion der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ und findet seit 2009 statt. Dabei widmet sich jeder „Tag der kleinen Forscher“ einem neuen Motto und zeigt, dass Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik lebendig, spannend und allgegenwärtig sind.

Die Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ lädt alle Kitas, Horte und Grundschulen sowie Eltern und Familien in ganz Deutschland ein, sich zu beteiligen – sei es im Rahmen einer Projektwoche, eines kleinen Forscherfests in der Einrichtung oder bei einem Familienausflug an einem Bachlauf. Darüber hinaus können Unterstützerinnen und Unterstützer der Stiftung sowie alle Interessierten die Angebote der Stiftung rund um den Aktionstag kostenfrei nutzen.

Am „Tag der kleinen Forscher“ 2020 folgen Mädchen und Jungen den Wegen des Wassers und entdecken dabei die vielen Besonderheiten dieses für uns so alltäglichen Elementes. Ganz nach dem Motto: „Von der Quelle bis ins Meer – Wasser neu entdecken!“

(Quelle: Internetauftritt Tag der kleinen Forscher)

Für meinen Beitrag ist es eigentlich schon zu spät, denn der Tag der kleinen Forscher war bereits am 16. Juni 2020, aber zumindest bin ich noch in der richtigen Woche gelandet 🙂

Ich bin auf die Aktion gestoßen, weil ich wieder einmal etwas Neues, Besonderes mit meinen beiden Sternentänzern erleben wollte, bei dem sie etwas lernen und für das keine großen Ausflüge erforderlich sind (wegen Corona-Kontaktverbot). Da beide schon seit 3 Monaten die Kita nicht mehr besuchten, fiel ihnen zuhause ein wenig die Decke auf den Kopf.

Wir haben also über einen längeren Zeitraum das Thema Wasser besprochen und passend dazu immer mal wieder eine Aktion durchgeführt. 

Wie es der Zufall wollte, wurde ich pünktlich zum Start unseres Projekts von einer lieben Kollegin auf den Kinofilm „Checker Tobi und das Geheimnis unseres Planeten“ aufmerksam gemacht. Er passt wie die Faust aufs Auge zum Motto des Tages der kleinen Forscher und daher starteten wir unser Abenteuer Wasser mit einem gemütlichen Kinoabend. Hier habe ich euch den Trailer zum Film eingestellt. Den Film selbst gibt es zum Beispiel kostenfrei bei amazon prime video zu sehen.

Nach diesem Film, der die Kinder unglaublich faszinierte, begann unser eigentliches Projekt.

  1. Wohin fließt das Wasser?

Um diese Frage zu klären, machten wir einen kleinen Ausflug zum nächstgelegenen Bach. Unterwegs versuchte ich schon, die Neugier meiner Sternentänzer zu wecken, mit Fragen wie: Wohin fließt das Wasser? Woher wisst ihr, in welche Richtung es fließt? Wie kann man das herausfinden, wenn man sich nicht sicher ist? Da kamen wir ins Gespräch und meine beiden Sternentänzer waren ganz gespannt, was sie am Bach erwarten würde.

Außerdem gab ich ihnen den Auftrag, unterwegs die größten Blätter sowie ein paar kleine Steine zu sammeln und mitzunehmen, was sie natürlich gerne machten (denn das tun sie immer, auch wenn ich keinen Auftrag gebe…).

Am Bach angekommen erklärte ich ihnen, dass man erkennen kann, in welche Richtung der Bach fließt, indem man ein Blatt ins Wasser gibt und schaut, in welche Richtung es davon schwimmt.

Zunächst gab es leider ein kleines Drama, weil das Blatt plötzlich weg schwamm und die Kinder es nicht mehr zurück holen konnten. Aber schnell war die Situation geklärt und es konnte weitergehen mit der Frage: Wie viel Gewicht kann so ein Blatt eigentlich tragen, ohne im Wasser zu versinken?

Diese Übung wurde mit Begeisterung sehr ausdauernd umgesetzt.

Es ist erstaunlich, wie viel so ein einzelnes Blatt tragen kann!

Kleine Zusatzaufgabe: Wenn man vom Bach wieder zurück ist, wäre es spannend, sich einen Atlas zu nehmen und nach zu verfolgen, in welches Meer der Bach fließt, an dem man die Blätter hat treiben lassen. Dazu sind wir leider nicht gekommen.

2. Hörst du die Bäume trinken?

Diese Übung wird in der Broschüre zum Tag der kleinen Forscher  vorgestellt. Es wird die These aufgestellt, dass man an Birkenstämmen hören könne, wie der Baum Wasser nach oben zu den Blättern zieht. Wir haben es versucht und sehr genau hingehört, konnten das Wasser aber leider nicht rauschen hören… Bekommt ihr das besser hin?

Vielleicht haben wir den falschen Baum erwischt, oder wir müssen beim nächsten Versuch tatsächlich ein Stethoskop mitnehmen, um das Rauschen zu hören…

3. Wie kommt das Wasser ins Haus?

Diese Frage fand ich selbst sehr interessant, weil ich vorher auch nicht wusste, wie man die blauen Schilder interpretiert, an denen man meist vorbei läuft, ohne sie bewusst wahrzunehmen. Ich habe die Kinder einmal bewusst darauf aufmerksam gemacht und wir haben an unserem Haus die Schilder gelesen wie eine Schatzkarte und die dazugehörigen Anschlüsse in der Straße gesucht:

Das „S“ auf den blauen Schildern steht für einen Schieber, die Beschriftung „Wasser“ erläutert logischerweise, dass es sich um einen Wasseranschluss handelt. Die Ziffern 80 bzw 100 geben einen Hinweis auf die Stärke der verlegten Leitung.

Die Ziffern darunter verraten die Position des Wasseranschlusses. In unserem Fall unten links befindet sich der Anschluss 1,5m rechts vom Schild und 4,4m in Richtung der Straße.

Wie bei einer Schatzkarte sind wir den Angaben auf den Schildern gefolgt und fündig geworden!

Schön, wenn man bei einer Schatzsuche so viel lernen kann, oder? 🙂

Zum Schluss haben wir uns noch den Hydranten für die Feuerwehr angeschaut und besprochen, wozu dieser da ist und wie er funktioniert.

4. Ist jedes Wasser gleich?

Um Unterschiede in der Beschaffenheit von Wasser einmal sichtbar zu machen, haben wir ein spannendes Experiment durchgeführt. Hierfür mussten wir aber zuerst überlegen, welche unterschiedlichen Arten von Wasser wir überhaupt bei uns im Haus und auf dem Grundstück finden. Meine beiden Sternentänzer durften von jeder Wasserquelle eine kleine Probe nehmen, die wir dann ordentlich beschriftet haben:

Ich hatte gar nicht erwartet, so viele unterschiedlich Wasservorkommen zu finden. Da waren der Pool, die Regentonne, der Wasserhahn, der Brunnen, zum Schluss wurde sogar noch eine Probe mit Pipi dazu gegeben! 🙂 Das hat die ganze Angelegenheit noch einmal lustiger gemacht.

Im Internet hatte ich mir vorab einen ph-Teststreifen besorgt (Lackmus-Papier). Ich fand es praktisch, dass es auf eine Rolle gewickelt war und man an der Rolle direkt den PH-Wert des Wassers ablesen konnte. Wenn ihr beim großen Onlinehändler als Suchbegriff Labiotics Indikatorpaier eingebt, könnt ihr den Streifen für 8€ bestellen.

Wir haben also jeweils einen Streifen Testpapier abgerissen und in die Wasserprobe gehalten, die Sternentänzer durften sich dabei jeweils abwechseln. 

Sofort konnte man beobachten, wie sich die Farbe des Papiers veränderte, und nach mehreren Proben wurde schnell deutlich, dass die verschiedenen Wasserproben einen unterschiedlichen pH-Wert aufweisen.

Beim Testen haben wir uns darüber unterhalten, was der pH-Wert bedeutet und warum er für viele Pflanzen und Tiere wichtig ist.

5. Wer lebt im Wasser?
Zum Abschluss unseres Wasser-Projekts habe ich mir noch ein Spiel für die beiden Sternentänzer ausgedacht:

 

Um das Spiel nachzumachen, benötigt ihr ein Körbchen mit Tierfiguren, eine große Schüssel mit Wasser und eine mit Sand. 

Spielablauf: Nach dem Startsignal sucht ein Kind die Tiere heraus, die im oder am Wasser leben und legt diese in die Wasserschüssel, während das andere Kind sich die Tiere schnappt, die an Land leben und diese in die Sandschüssel legt. Die Kinder versuchen, so schnell wie möglich fertig zu werden und am Ende sollte jeder gleich viele Tiere in seiner Schüssel haben. Wenn das nicht geklappt hat, müssen sie herausfinden, welches Tier noch einmal in eine andere Schüssel umziehen muss. Deshalb ist es wichtig, von jeder Sorte gleich viele Tiere ins Körbchen zu legen. Bei uns hat das Spiel wunderbar funktioniert!

Zum Thema Wasser gibt es auch wunderschöne Bücher! Im Zusammenhang mit „Wasser als Lebensraum“kann ich euch ein Buch empfehlen, aus dem im Hause Sternentänzer gerne vorgelesen wird: Es heißt „Wanderungen“ und wurde geschrieben von Mike Unwin und Jenni Desmond.

Ich finde es sehr schön illustriert und die Texte sind kindgerecht geschrieben. In dem Buch werden viele verschiedene Tierarten vorgestellt, die einen großen Teil ihres Lebens auf Wanderschaft verbringen, was sehr spannend dargestellt wird. Darunter sind eben auch mehrere Tierarten, deren Lebensraum das kühle Nass ist, wie Wale, Sardinen oder Krabben. Kinder bekommen beim Lesen des Buches ein Gefühl für die Wunder dieser Welt, und es sind dort keine Märchen beschrieben, sondern das echte Leben, und das finde ich einfach großartig.

So, liebe Leute, das waren meine persönlichen Erfahrungen zum Tag der kleinen Forscher! Wie das immer so ist, hätte ich gern viel mehr machen wollen und hatte tolle Ideen, von denen sich einige nicht haben umsetzen lassen. Zum Beispiel wollte ich gern mit den Kindern eine Quelle besuchen, damit sie sehen, woher das Wasser in seiner natürlichen Form kommt (und nicht aus dem Wasserhahn). Leider gibt es in unserer unmittelbaren Umgebung keine natürliche Quelle. 

Fazit: Ich finde den Tag der kleinen Forscher eine richtig gelungene Aktion und das Thema Wasser besonders spannend! 

  • Ihr könnt euch unter www.tag-der-kleinen-forscher.de eine große Broschüre herunterladen. Dort gibt es jede Menge Infos und Ideen für gemeinsame Experimente und Abenteuer, auch Erklärfilme sind dabei
  • Kitas und Schulen können sich die Materialien direkt ins Haus bestellen
  • Ihr begebt euch mit euren Kindern auf eine spannende Reise, und je nachdem wie ihr sie gestaltet, kostet sie euch nichts
  • Mit der Aktion habt ihr die Möglichkeit, euch und eure Kinder für einen längeren Zeitraum mit einem bestimmten Thema zu beschäftigen. Das weckt bei den Kindern eine ungeheure Neugierde und bleibt besser im Gedächtnis, als wenn man das Thema einmal am Rande mit einem Spiel o.ä. anschneidet. Das habe ich in der Vergangenheit schon öfter zu verschiedenen Themen ausprobiert und es sind jedesmal die besten Beiträge meines Blogs geworden. Schaut mal oben unter meiner Kategorie „Projekte“, da findet ihr Anregungen zum Thema Bienen, Dinos, Baustelle usw., je nachdem, was die beiden Sternentänzer gerade so interessiert hat.
  • Beim Tag der kleinen Forscher müsst ihr euch nicht alles selbst ausdenken, sondern bekommt Anregungen, Ideen und Inspiration auf der Internetseite, hier könnt ihr euch das raussuchen, was euch am besten gefällt und euer ganz persönliches Forscherprogramm zusammenstellen.

Falls ihr jetzt neugierig auf das  Wasserprojekt geworden seid und gar nicht erwarten könnt, loszulegen, kann ich euch noch folgende Beiträge meines Blogs empfehlen:

Macht es gut und bis zum nächsten Beitrag!

Franzi

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