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Dieser Beitrag ist interessant für alle von Euch, deren Kinder demnächst in die Schule kommen. Mein großer Sternentänzer wurde letztes Jahr eingeschult und wir fühlten uns gut vorbereitet. Die Einschulungsuntersuchung schaffte er mit links, einem erfolgreichen ersten Schuljahr schien nichts mehr im Wege zu stehen. Aber es gab da eine Sache, mit der ich nicht gerechnet hatte und die erst offensichtlich wurde, als das Schuljahr schon lange angefangen hatte:

Mein großer Sternentänzer konnte zählen und auch auch schon einfache Dinge rechnen, aber schaffte es einfach nicht, die Zahlen den dazugehörigen Ziffern zuzuordnen! Er wusste also, dass 3+2 Fünf ergibt, aber nicht, wie eine Fünf aussieht. Das entwickelte sich im Mathe- Unterricht recht schnell zu einem Problem, denn während die anderen Kinder im Stoff schon weiter gingen, überlegte mein großer Sternentänzer noch, wie die gesuchte Ziffer aussieht, die er aufschreiben wollte. Alles sah danach aus, als hätte er eine Rechenschwäche, bis wir irgendwann das eigentliche Problem erkannten: Der große Sternentänzer musste lernen, welche Ziffer zu welcher Zahl gehört. Ab diesem Zeitpunkt konnten wir relativ gezielt üben und haben uns richtig ins Zeug gelegt, damit er nicht den Anschluss an seine Klasse verliert. Das Homeschooling während der Corona Krise war hier sehr von Vorteil, denn mein großer Sternentänzer konnte in seinem eigenen Tempo lernen, bis er die Aufgaben verstanden hatte. Dadurch hatte er irgendwann Erfolgserlebnisse, und mittlerweile sind wir so weit, dass er recht gerne Mathe macht, keine Angst mehr hat und keine Probleme mehr im Unterricht hat, was die Ziffern und Zahlen angeht. Es ist unheimlich schön zu sehen, wie er sich entwickelt hat!

Was ich damit sagen will: Wenn eure Kinder in die Schule kommen, achtet einmal darauf, ob sie problemlos Zahlen und Ziffern zuordnen können. Wenn nicht, ist es auf jeden Fall sinnvoll, die Ziffern von eins bis zehn schon vor Schulbeginn auf spielerische Art zu üben, damit es später keine Probleme gibt. Für uns war es harte Arbeit, weil wir zu spät angefangen haben oder uns zu wenig damit beschäftigt haben. Dieser Beitrag soll euch ein paar Ideen liefern, wie ihr genau das, was ich beschrieben habe, mit euren Kindern üben könnt.

1. Ziffern in den Sand schreiben 

Um den Zusammenhang zwischen Ziffer und Zahl dauerhaft im Gehirn zu verankern, sollten so viele Sinne wie möglich angesprochen werden. Das heißt, die Kinder müssen die Ziffern sehen, anfassen, fühlen, am besten noch schmecken, riechen und hören. Mit anderen Worten, die Verbindung zwischen Ziffer und Zahl sollte so spielerisch wie möglich und auf unterschiedlichste Art und Weise hergestellt werden. Ich habe meinem großen Sternentänzer dafür zunächst einen langen Stock in die Hand gegeben, eine Zahl angesagt und ihn gebeten, die Ziffer mit dem Stock in den Sand zu schreiben. Ihr könnt auch erst einmal fragen: Welche Ziffern kennst du denn schon? Dann werden diese in den Sand geschrieben und nach und nach kommen mehr Ziffern hinzu.

Dabei können die Ziffern übrigens nicht groß genug sein. Den besten Effekt hat es sogar, wenn die Kinder die Ziffern „ablaufen“ können:

2. Ziffern mit einem Seil legen

Für diese Übung hatte ich wie schon zuvor Sandpapierziffern von Null bis Neun bereit gelegt. Mein großer Sternentänzer sollte mir sagen, um welche Ziffer es sich handelt und sie anschließend mit einem Seil nachlegen. Hatte er das geschafft, durfte er wieder über die Ziffer balancieren. Wie ihr seht, hat mein großer Sternentänzer sich nicht mit einem Seil zufrieden gegeben, sondern war wie immer sehr kreativ und hat noch weitere Materialen einbezogen (was völlig ok ist).

3. Die Ziffern riesengroß mit Kreide an eine Wand zu schreiben, war auch eine schöne Sache…

Das Prinzip ist das Gleiche wie in den vorhergehenden Übungen. Wundert euch nicht über die Maske, die Fotos wurden kurz nach der Einschulung aufgenommen, da war das ganz neu und aufregend für den großen Sternentänzer und er wollte sein Accessoire am liebsten gar nicht mehr ablegen…

4. Würfel aneinander stecken

Für diese Übung habe ich mehrere Montessori-Materialien miteinander kombiniert: Die Steckwürfel und die Sandpapierziffern. Dazu gab es zwei Würfel, einen Schreibblock und einen Tintenroller. Damit hatten wir wunderbar die Möglichkeit, viele verschiedene Dinge zu trainieren. Der erste Schritt war es, zu würfeln. Dann sollte mein großer Sternentänzer die Anzahl der gewürfelten Augen mit den Steckwürfeln aufeinander stecken.

Der dritte Schritt war, die dazu gehörige Ziffer herauszusuchen, danach wurde die Ziffer in den Block geschrieben.

Um die Übung später etwas anspruchsvoller zu gestalten, hat der große Sternentänzer später mit zwei Würfeln gewürfelt, die Augen addiert und die ganze Aufgabe in seinen Block geschrieben.

5. Ziffern auf den Rücken schreiben

Kennt ihr noch das Abzählspiel „Der Lehrer wischt die Tafel ab, und malt ein GROßES Fragezeichen: Mit welchem Finger setzt er den… Punkt?“

Ich habe es als Kind geliebt, zu erraten, mit welchem Finger meine Mitspieler den Punkt auf meinen Rücken gemalt haben. Mein großer Sternentänzer liebt dieses Spiel genau wie ich damals, deshalb habe ich es etwas abgewandelt. Er sollte nicht raten, mit welchem Finger ich den Punkt gesetzt habe, sondern welche Ziffer ich auf seinen Rücken schreibe. Bei dieser Übung werden wieder mehrere Sinne angesprochen, weshalb sie sehr hilfreich ist, um sich die Ziffern einzuprägen.

Schön war auch, dass wir den kleinen Sternentänzer einbeziehen konnten. Er hat keine Ziffern erraten, sondern Formen:

Ich hatte ihm mehrere vorgegeben, damit es nicht ganz so schwierig für ihn wird. Am Ende hatten wir alle viel Spaß an der Übung und die Jungs haben sich gegenseitig die Rücken bemalt…

6. Chips in Ziffern legen

Für diese Übung ist ein ganz kleines bisschen Vorbereitung erforderlich, aber ich verspreche, es lohnt sich!

Ich hatte zufällig Flipchartpapier übrig, ihr könnt aber auch große Pappstücken von ausgedienten Kartons nutzen oder mehrere Blätter zusammen kleben. Egal, wofür ihr euch entscheidet, als nächstes werden die Ziffern von Null bis Neun auf das Papier gezeichnet, und zwar so, dass man sie hinterher ausmalen kann.

Daneben habe ich ein kleines Gefäß gestellt, in dem sich Chips befanden. Hierfür könnt ihr Material eurer Wahl benutzen, am besten etwas, womit sich eure Kinder gerne beschäftigen: Steine Stöcke, Murmeln…

Die Aufgabe bestand zunächst darin zu schauen, welche Ziffern schon bekannt sind und die entsprechende Anzahl Chips in den Umriss zu legen:

Wenn der große Sternentänzer richtig gelegen hatte, durfte er die Ziffer in der Farbe seiner Wahl ausmalen, was bei ihm hieß: Bunt!

Das Malen wurde ihm irgendwann zu langweilig, sodass wir darauf verzichteten und uns darauf beschränkten, die Chips zu verteilen. 

Ganz zum Schluss haben wir dann die Ziffern in ihrer richtigen Reihenfolge, beginnend bei Null, miteinander verbunden.

Mein Sternentänzer war begeistert und hat sich später noch einige weitere Spielvarianten überlegt. 

7. Dybuster

Ich habe mich mit verschiedenen Leuten über die Schwierigkeiten meines großen Sternentänzers unterhalten und unheimlich viele Tipps und Anregungen erhalten. Eine davon, die ich euch nicht vorenthalten möchte, ist ein spezielles, webbasiertes Programm, das den Namen „Dybuster“ trägt (Achtung: unbezahlte Werbung). Die Anschaffung ist relativ teuer, aber ich bin fast überzeugt, dass der Umgang mit dem Programm ganz wesentlich dazu beigetragen hat, dass mein großer Sternentänzer sich die Ziffern besser merken konnte. Das Programm stammt aus der Schweiz und hier geht es auch darum, verschiedene Sinne anzusprechen, um einen nachhaltigen Erfolg zu erzielen. Dybuster gibt es für die Fächer Deutsch und Mathe, wobei ich persönlich Deutsch erst ab der zweiten Klasse empfehlen würde, wenn die Buchstaben so halbwegs bekannt sind. Ich verlinke euch hier mal die Seite, auf der ihr weitere Informationen findet: Dybuster.

Da relativ bald nach der Einschulung die Schulen geschlossen wurden und wir mit dem Homeschooling absolut ausgelastet waren, haben wir es leider nicht so regelmäßig genutzt, wie es sein sollte, trotzdem konnten wir recht schnell Erfolge verzeichnen.

Und wenn ihr jetzt noch nicht genug habt, schaut gerne nochmal in die Beiträge, die ich früher schon zu genau diesem Thema geschrieben habe:

Zahlen lernen mit CDs

Zahlen lernen mit dem Apfelbaum

Ideen für den Umgang mit Sandpapierzahlen

Habt ihr noch andere Erfahrungen mit dem Thema gemacht? Und was habt ihr vielleicht schon erfolgreich ausprobiert? Schreibt es gern in die Kommentare, ich freu mich drüber und viele andere Eltern sicher auch 🙂

Viele Grüße und bis zum nächsten Beitrag,

Franzi

 

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